03.05.2018
Kategorie: Frauen

Spielbericht SSG Rot-Schwarz Kiel II – SVE Comet

Dienstag, 1. Mai 2018


Bei Regen und Sturm mussten wir am 1. Mai gegen die Zweite von Rot-Schwarz Kiel ran. Vorher jedoch posierten wir zusammen mit den Mädels der SSG Rot-Schwarz Kiel II und dem Schiedsrichter zum Gruppenfoto, um Solidarität mit den Holstein Women zu zeigen. In dieser Sache kann es keine Gegnerschaft geben. Nicht zuletzt handelt es sich nur um den Gipfel eines riesigen Eisbergs der Diskriminierung des Frauenfußballs, die ungesehen im Kleinen in vielen Vereinen in ganz Deutschland (und vermutlich nicht nur in Deutschland) ebenso stattfindet, wie auf dem Pausenhof oder im Sportunterricht, wenn man etwa als Mädchen einen männlichen Fürsprecher braucht, damit einem auch mal ein Pass zugespielt wird oder damit man überhaupt nur mitspielen darf; Mädchenquoten beim Schulsportfest mussten eingeführt werden, weil aus Angst zu verlieren in einigen Teams sonst keine weiblichen Mitspielerinnen geduldet wurden (als wüssten wir nicht auch mit dem Ball umzugehen) etc. etc. Das kennen wir vermutlich alle. Die Ausgliederung einer ganzen Frauenabteilung aus einem Verein zugunsten der Männer und zugunsten der Förderung ausschließlich des männlichen Fußballernachwuchses aber dürfen wir nicht hinnehmen, wenn irgendwann auch die kleinen Ungerechtigkeiten und aufhören sollen.

 

Aufstehen für Vielfalt!

Wir spielten mit Maike im Tor, Maren und Martina in der Innenverteidigung, Vögelchen und Theresa als Außenverteidigerinnen, Mimi auf der Sechs, im zentralen Mittelfeld Michi und Anna, außen Lynsche sowie Vivi und im Sturm Genti. Die erste Halbzeit allerdings verlief für uns katastrophal. Nach kleineren Unsicherheiten am Anfang schienen wir den Gegner zunächst doch im Griff zu haben, als Rot-Schwarz einen Konter durch die Mitte fahren konnte. Mehrere unserer Spielerinnen schafften es unerklärlicherweise nicht, die Ballführende vom Ball zu trennen. Unsere Abwehr befand sich in Unterzahl, kam ins Schwimmen und Rot-Schwarz machte das 1:0. Ein Schockmoment, von dem wir uns schnell erholen sollten?

Fehlanzeige. Es ging munter so weiter. Die SSG nutzte geschickt den Wind, den sie auf ihrer Seite hatte. Immer wieder gelang es ihr, den Ball bereits im Mittelfeld abzufangen und in Überzahl anzugreifen oder aus der Ferne auf das Tor zu schießen. Durch den Sturm war die Flugbahn des Balls unberechenbar, während unsere Spielerinnen immer gegen den Wind anrennen mussten. In der 29. Minute klingelte es zum 2:0, sechs Minuten später stand es bereits 3:0. Was war nur mit uns los? Pelle brachte Lisa für Vögelchen, was auf der rechten Abwehrseite mehr Sicherheit und Stabilität brachte. Langsam fanden wir ins Spiel zurück. In der zweiten Halbzeit, diesen 3:0 Rückstand aufzuholen, schien bei einer deutlichen Leistungssteigerung zwar nicht unmöglich, aber doch auch nicht gerade wahrscheinlich. Nun spielten wir mit dem Wind, der etwas nachgelassen hatte. Julia ging für Lynsche auf die linke Außenbahn und Jule (nach langer Verletzungspause endlich wieder zurück!) brachte rechts für Vivi frischen Wind und ihre Gegenspielerinnen ganz schön ins Wanken. Die zweite Halbzeit gehörte eindeutig uns. Lisa traf in der 74. Minute zum 3:1 und Michi konnte wenig später auf 3:2 verkürzen. Zum Ausgleich reichte es jedoch leider nicht. Das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Sturm müssen wir in dieser Konstellation eindeutig noch mal üben. Da ging einfach zu wenig. Wieder wäre wenigstens ein Unentschieden gerecht gewesen, andererseits muss man für die Fehler, die wir in der ersten Hälfte gemacht haben, manchmal auch einfach bestraft werden. So mussten wir mit 0 Punkten nach Hause fahren.

Nächsten Sonntag und nächsten Dienstag geht es dann erst auswärts, dann zu Hause gegen den Gettorfer SC. Wir freuen uns über Unterstützung!