01.04.2018
Kategorie: Frauen

Spielbericht: SG Borgstedt/Brekendorf – SVE Comet Kiel


Am Ostersamstag mussten wir trotz des erneuten Wintereinbruchs in Borgstedt ran – und es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass nicht nur das Wetter wenig Österliches an sich hatte. Selbst der Schnee, der am Abend Kiel einhüllte, konnte die erhitzten Gemüter kaum abkühlen.

 

Wir starteten erneut mit einer defensiven Aufstellung mit Martina, Maren und Lisa im Abwehrzentrum und Jojo und Janine als Außenverteidiger. Gegen den Tabellenzweiten wollten wir tief stehen, um bei Gelegenheit Konter zu fahren. Im zentralen Mittelfeld liefen Michi und Mannschaftsführerin Ilka auf. Im offensiven Mittelfeld trat Jessi an, mit unseren Zwillingen Anni und Leeni im Sturm. Mit Maggy, Anna, Lynsche und Julia hatten wir auch auf der Bank noch gute Alternativen zur Verfügung.

 

Wenig überraschend waren wir am Anfang durch die neue Taktik noch etwas unsortiert und desorientiert, doch Borgstedt/Brekendorf zeigte, obwohl sie uns im Passspiel anfangs überlegen waren, auch einige Fehler im Aufbau. So überstanden wir zwar – anders als letztes Wochenende – die ersten kritischen fünfzehn Minuten, doch dann erlaubten wir Kreisligatoptorjägerin Blessmann durch einen abgefälschten Pass, ihr siebzehntes Saisontor zu schießen. Dieser Treffer machte jedoch nicht etwa die Heimelf sicherer, sondern uns angriffslustiger. Nach zwei gelben Karten auf unserer Seite, wurde Borgstedt nun zusehends frustrierter und drohte uns offen mit übertriebener Härte – den genauen Wortlaut wollen wir lieber nicht wiederholen. Nachdem Leeni durch einen schönen Pass in die Sturmspitze in der 35. Minute der lang ersehnte Ausgleich gelang, spitzte sich die Situation immer mehr zu. Es kam gar kein richtiges Spiel mehr zustande, da der Spielfluss ständig unterbrochen werden musste. Der gegnerische Trainer tat von der Bank aus das Seinige, um die Stimmung weiter anzuheizen. Abgesehen von jeweils einem Lattentreffer gab es in der ersten Hälfte keine weiteren Höhepunkte mehr.

 

In der Halbzeitpause versuchten wir uns wieder ein wenig zu beruhigen, doch nur zehn Minuten nach Wiederanpfiff segelte eine Flanke halbhoch durch den Strafraum des Gegners: Im Prinzip wäre der Ball sogar im Toraus gelandet, aber die Torhüterin entschied sich für die rustikale Variante und räumte Anni brachial aus dem Weg. Ein Elfmeter für uns, den Ilka, wie schon letztes Wochenende, gekonnt verwandelte. Das war jedoch ein schwacher Trost, denn Anni war so schwer getroffen worden, dass sie sich vor Schmerzen kaum halten konnte. Wir können nur davon ausgehen, dass der Gegner die Schwere der Verletzung nicht realisierte, denn am Pfosten der Borgstedter wurde laut gelacht und amüsiert geplaudert – für Schadenfreude wollen wir das dann doch nicht halten. Man kann sich denken, dass dieser Vorfall nicht gerade geeignet war, uns kaltblütiger zu machen. Wir ließen uns unglücklicherweise anstecken und Anna stand kurz vor gelb/rot. Darunter litt natürlich auch unsere Konzentration und die SG konnte durch die Unachtsamkeit unseres Abwehrverbundes in der 65. Minute ausgleichen. Nach einigen weiteren Wechseln (Lynsche für die verletzte Anni, Julia für Leeni und Maggy für Lisa) hofften wir bis zum Schluss auf den Punktgewinn. In der 87. Minute zerschlug sich diese Hoffnung leider. Die Stürmerin der SG beförderte eine unnötige Ecke mit einem sehenswerten Kopfball ins Eck. Wir gingen nun auf volles Risiko und machten hinten auf, um doch noch einen Ausgleich zu erzielen. Jedoch ohne Glück: Das 2:4 für die SG Borgstedt/Brekendorf folgte in der 90. Minute.

 

Wenn dieses Spiel zu irgendetwas gedient hat, dann nur, um mit dem albernen Vorurteil aufzuräumen, dass ausschließlich im Männerfußball Karten verteilt werden müssten. Wir können dennoch auf eine gute Mannschaftsleistung zurückblicken – was schon vor dem Spiel begann, als es darum ging, Jojo mit ihrem Fahrradplatten einzusammeln. Was Punkte anbelangt, müssen wir uns jetzt allerdings bis auf den Ostermontag vertrösten. Wenn wir nicht weiter auf Platz 7 verweilen oder gar noch abrutschen wollen, brauchen wir nach dieser Niederlage dringend eine Auferstehung und endlich wieder einen Sieg!