18.06.2020
Kategorie: Frauen

Eine merkwürdige Fußballsaison...


Eine merkwürdige Fußballsaison neigt sich gerade dem Ende zu. Zwar konnte der Trainingsbetrieb inzwischen wiederaufgenommen werden, doch die Spiele wurden alle wegen Corona abgesagt, sodass wir augenblicklich nur für die ungewisse Zukunft mit der Hoffnung auf September trainieren. Wir beenden die Saison somit auf Tabellenplatz sieben mit mageren sieben Spielen, schließlich sind einige auch noch witterungsbedingt ausgefallen. Wir verzeichnen vier Niederlagen und drei Siege. Allerdings lässt sich ein deutlicher Aufwärtstrend feststellen, denn die neun Punkte stammen allesamt aus den letzten drei Spielen. In der kürzlich veröffentlichten Quotiententabelle, die berechnet, wie viele Punkte jede Mannschaft im Schnitt pro Spiel erreicht hat, rücken wir mit einem Quotienten von 1,286 immerhin auf Platz sechs vor. Wirklich aussagekräftig ist das natürlich trotzdem nicht.

 

Dabei war die Corona-Pandemie tatsächlich nicht der einzige Aufreger in diesem Jahr. Die neue Staffelaufteilung, bei der wir nicht Kiel, sondern Holstein zugeschlagen wurden, sorgte dafür, dass uns, bzw. allen Frauen des Kieler Ostufers, die längsten Fahrtwege der Spielklasse aufgebürdet wurden. Quer durch die Holsteinische Schweiz sollte die Reise gehen, vorbei am Selenter und am Plöner See, entlang der Ostseeküste bis nach Fehmarn. Keine Frage, wir besichtigten die schönsten Flecken Schleswig-Holsteins, allerdings wollten wir ja nicht sonntägliche Kaffeefahrten unternehmen, sondern Fußball spielen. Sicherlich ist es aller Ehren wert, wenn der Verband versucht, die Gesamtstrecke aller Mannschaften möglichst gering und klimafreundlich zu halten – aber es sollte auch bedacht werden, dass ein struktureller Wettbewerbsnachteil geschaffen wird, wenn einige Kieler Mannschaften praktisch zu allen Auswärtsspielen mit dem Fahrrad aufkreuzen können bzw. sogar gegen die zweite Mannschaft ihres eigenen Vereins spielen (!), während andere durch ganz Schleswig-Holstein gondeln müssen und teils länger unterwegs sind, als sie spielen. Das lassen wir uns so nicht mehr bieten und wir sind überzeugt, dass der Verband nun Einsicht zeigt und die nächsten Staffeleinteilung etwas ausgewogener gestaltet.

 

Auch sonst ist in dieser kurzen Saison jedoch viel passiert. Martina bekam leider den Bescheid, dass sie ihre fußballerische Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden muss, und wurde damit kurzerhand in den Trainerstab eingegliedert. Maike musste am Fuß operiert werden und wollte eigentlich im Frühling wieder einsteigen. Die erzwungene Verlängerung der Pause scheint ihrem Fuß jedoch bekommen zu haben: Die letzten Trainingseinheiten lassen darauf schließen, dass die Spitzenstürmerin im Herbst wieder voll angreifen wird. Vögelchen erwartete ebenfalls eine längere Ruhepause, allerdings aus viel erfreulicheren Gründen, denn im Juni kam ein kleines Küken auf die Welt. An dieser Stelle noch einmal herzliche Gratulation! Das Wort „Schwangerschaft“ ist inzwischen allerdings zum Tabuwort geworden, schließlich warten wir nun gespannt auch auf den Nachwuchs von Maren und Julez und zwei Neuzugänge, auf die wir uns schon sehr freuen, werden ebenfalls erst nach der Babypause zu uns stoßen. Zum Ende der Saison verlässt uns leider Mila. Dafür haben wir die Hoffnung, dass Michelle nach langer Verletzungspause zurückkehrt, und auch Dana ist wieder am Start. Als Neuzugang durften wir bereits jetzt Celina begrüßen.

Letzte Woche erreichte uns die Nachricht, dass wir für unsere Aktion „Geisterwurst“, mit der wir Geld zur Unterstützung der Vereinsheime gesammelt haben, mit dem Solidaritätspreis des SHFV und der Provinzial für den Monat April ausgezeichnet wurden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Juroren und an alle Helfer und Spender. Die Vereinsheime haben inzwischen glücklicherweise wieder auf und wir konnten am Wochenende als Saisonabschluss bei Burkhard und Sandra endlich wieder ein echtes Würstchen essen.

 

Man kann eigentlich nicht sagen, dass wir uns in die Sommerpause verabschieden, denn das Trainieren war so lange verboten, dass wir jetzt, wo es wieder erlaubt ist, nicht so schnell damit aufhören werden.