11.11.2019
Kategorie: Frauen

Spielbericht: SG SpVgg Putlos – SVE Comet

Sonntag, 10.11.2019


Pünktlich zum Auswärtsspiel zeigte Schleswig-Holstein sich mal wieder im allerbesten Licht. An einem wahrhaft goldenen Herbsttag gondelten wir durch das östliche Hügelland – heute mal eine andere Route über Schönberg, Hohenfelde und den Weissenhäuser Strand, zwischen Ostsee und tropischem Badeparadies nach Putlos. Aus unseren Auswärtsfahrten dieses Jahr könnte man einen Imagefilm für Schleswig-Holstein zur Hebung des Fremdenverkehrs drehen. Weniger anmutig als die sanften Hügel der Probstei war leider das Spiel.

 

Aufstellung:

 

Tor: Tatjana

 

Abwehr: Lara, Maren, Kristin, Theresa

 

Mittelfeld: Saskia, Illi, Klinge, Jule, Lynsche

 

Sturm: Michelle

 

Bank: Julez, Mila

 

Personell war wieder einmal Not am Mann bzw. an der Frau. Wieder mussten wir mit einer neuen Abwehrkette antreten. Maren und Kristin, in die Verteidigung zurückgezogen, machten ihre Sache jedoch gut. Schon nach wenigen Minuten zeigte sich, dass Putlos kein besonders starker Gegner sein würde. Leider veranlasste das auch uns dazu, wieder einen Gang herunterzufahren. Nach vorne wurden wir unkreativ. Es war zum Haare Ausraufen. Zu allem Überfluss entschied der Schiedsrichter in der einzigen Szene, in der Putlos überhaupt einmal in unseren Sechzehner kam, obwohl sowohl Maren als auch Krissi eindeutig nur den Ball gespielt hatten, auf Elfmeter. Was für ein Déjà-vu. Alle hielten den Atem an. Tatjana wehrte den Ball ab. Jubel der Erleichterung. Und was macht der Schiedsrichter? Er lässt noch einmal schießen. Tatjana hätte sich zu früh auf der Linie bewegt. Und weil das Fass noch nicht voll genug ist, erlaubt er auch noch einen Wechsel der Schützin (neue Spielsituation, so so). Nun ist der Ball natürlich im Netz und wir liegen in diesem wahrhaft unterirdischen Spiel zurück. Obwohl sich das Spiel überwiegend in der gegnerischen Hälfte abspielt, dauert es bis zur 32. Minute, bis sich wieder etwas tut. Unsere Schüsse sind einfach zu unplatziert. Nun ist es Jule, die im Strafraum zu Fall kommt. Auch über diesen Elfer könnte man streiten, aber das nennt sich wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Wie im letzten Spiel legt sich Krissi den Ball zurecht. Die Torhüterin ist chancenlos. 1:1. Von uns kommt aber leider immer noch zu wenig. Erst kurz vor der Pause wirft sich Lynsche mit ganzer Energie in einen Angriff. Dafür wird sie zwar prompt mit einem fiesen Tritt vors Schienbein belohnt, aber ganz egal, die Flanke ist gespielt und Flash Michelle darf endlich ihr erstes Saisontor schießen.

 

Die zweite Hälfte startete gut für uns, auch wenn die immer noch kranke Illi eine dringende Pause auf der Bank benötigte. Dafür kam Mila. Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff belohnte Lynsche sich für ihre Laufarbeit mit einem Tor. Gleichzeitig sank die Sonne jedoch immer tiefer und spielte gewissermaßen als zwölfte Frau bei Putlos mit, denn nach dem Seitentausch waren wir diejenigen, die ihr ins Gesicht blicken mussten. Teilweise konnte man gar nichts mehr sehen, insofern muss der Bericht über die zweite Hälfte nun auch kürzer ausfallen. Putlos hatte mit der Sonne im Rücken die Ordnung wiedergefunden und übertölpelte uns in der 59. Minute. Hinzukam jetzt auch noch eine grundlegende Umstellung, da Jessi eine Pause brauchte. Das ursprüngliche Mittelfeld war erodiert. Lynsche wurde nach hinten auf Theresas Position gezogen, Theresa ging auf die Sechs, Saskia rückte eine Position vor und Julez nahm links Lynsches alte Position ein. Spätestens jetzt zeigte sich unsere fundamentale Unsicherheit. Durch die ganzen Ausfälle und die merkwürdige Saisoneinteilung hatten wir zu wenig Spielpraxis. Niemand wusste mehr so recht, was er tat. Mit- und Gegenspielerinnen waren nur noch Schemen vor einem prächtigen Sonnenuntergang, da wurde unsere Innenverteidigung bei einem langen Ball überrannt. Ausgleich. Die Stimmung sank in den Keller. Auch die Geduld mit den Entscheidungen des Schiedsrichters war langsam erschöpft. Jan musste dran glauben und kassierte eine gelbe Karte. Nun kam Illi auf den Plan und rettete uns, indem sie das 4:3 ins Netz drosch. Die letzte Viertelstunde schien sich ins Unendliche zu dehnen, doch wir retteten die drei Punkte über die Zeit. Während auf dem Heimweg die Sonne langsam hinter den Baumwipfeln verschwand und der Nebel über den Feldern aufstieg, waren wir einfach nur erleichtert über die drei Punkte.

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